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Nur der Kopf ist entscheidend, nicht der Körper

Gemeinsam den Arbeitsplatz für Julian Menzel (vorne) passend gemacht haben Martin Guderle (Heimleiter), Dennis Klammt (Pflegedienstleiter), Franz-Josef Moormann (v.l. alle Cura Vitalis) und Tanja Ruhe (Agentur für Arbeit Vechta).

 

Cloppenburg Julian Menzel ist ein fröhlicher junger Mann. Wie viele andere im seinem Alter steht er gerade am Anfang seiner beruflichen Karriere. Nur war es für ihn ungleich schwerer einen passenden Arbeitsplatz zu finden. Der Grund dafür: Der Cloppenburger leidet an einer unheilbaren Muskelerkrankung und muss daher im Rollstuhl sitzen. Doch seit August dieses Jahres hat er endlich seinen Traumjob gefunden. Der 23-Jährige arbeitet als Bürokaufmann in der Buchhaltung des Pflegezentrums Cura Vitalis in Cloppenburg.

Dabei sah es anfangs nicht nach einer erfolgreichen Bewerbung aus. Denn ursprünglich suchte das Unternehmen einen Mitarbeiter für den Empfangsbereich. Doch für einen Rollstuhlfahrer war dieser Arbeitsplatz nicht geeignet. Dieser Umstand war den Personalverantwortlichen schnell klar. Trotzdem wollten sie Julian Menzel kennenlernen und luden ihn zum Vorstellungsgespräch ein. Hierbei hat er persönlich und fachlich überzeugt. Und zwar so, dass der Betrieb ihn unbedingt einstellen wollte. „Wir haben quasi eine Stelle auf ihn zugeschnitten. Der Kopf ist entscheidend, nicht der Körper“, erklärt Agnieschka Otremba, Geschäftsführerin Cura Vitalis.

Der Arbeitsplatz musste an die körperlichen Möglichkeiten und Grenzen angepasst werden. Dafür gab es eine breite Unterstützung. „Wir haben im Vorfeld alle Beteiligten an einem Tisch geholt und uns gemeinsam den künftigen Arbeitsplatz angeschaut: Das Integrationsamt, der technische Berater und die Reha-Vermittlung der Agentur für Arbeit, die Geschäftsführung und die IT-Abteilung des Betriebes sowie Julians Ausbildungsbetrieb, das Berufsbildungswerk Hannover“, erläutert Tanja Ruhe, Reha-Vermittlerin der Agentur für Arbeit Vechta. 

Arbeitsplatz passend gemacht

Der Arbeitsplatz wurde mit Hilfe des Integrationsamts eingerichtet und durch die technischen Ausstattungen der Agentur für Arbeit passend gemacht.Die Rahmenbedingungen für seine Arbeit waren somit geschaffen und der neue Kollege brachte sich sofort mit eigenen Ideen ein. Schwerpunktmäßig arbeitet er in den Bereichen Einkauf, Controlling und Finanzbuchhaltung. „Julian betreut bereits eigene Projekte und wir dehnen seinen Aufgabenbereich stetig weiter aus“, erklärt Franz-Josef Moormann, Bilanzbuchhalter bei Cura Vitalis und für den neuen Kollegen verantwortlich. Besonders Spaß macht ihm der Umgang mit „echten“ Menschen und Aufträgen. Schließlich hat er seine Berufsausbildung auf virtuellem Wege gemacht. Das bedeutet im Grunde von zuhause am Rechner aus mit virtuellen Aufträgen und Kunden.

Jetzt arbeitet er im Team und ist froh über die Chance, die er trotz seines Handicaps bekommen und genutzt hat. „Die Behinderung stand hier nie im Vordergrund“, erzählt Julian. Das war nicht bei allen Bewerbungen im Vorfeld so. „Ich habe etwa 20 bis 30 Bewerbungen geschrieben und bin dabei natürlich offen mit meiner Behinderung umgegangen.“ Trotzdem oder gerade deshalb luden ihn nur zwei Betriebe zum Vorstellungsgespräch ein.

Ängste und Vorbehalte

Tanja Ruhe kennt die Ängste und Vorbehalte von Unternehmen schwerbehinderte Menschen zu beschäftigen: „Natürlich bedeutet deren Einstellung in der Regel etwas mehr Aufwand. Gerade bei Rollstuhlfahrern sind häufig Umbaumaßnahmen erforderlich. Hierbei unterstützen die Agenturen für Arbeit und Integrationsämter sowohl organisatorisch als auch finanziell. 

Neben der Arbeit hat Julian noch eine Leidenschaft, die man sofort erkennt, wenn man mit ihm zu tun hat. Die grün-weiße Raute seines Lieblingsvereins Werder Bremen prangt überdimensional auf der Kopfstütze seines „Rollis“. Seit zwei Jahren ist er Vereinsmitglied und genießt hierbei im Stadion auch die Vorteile seiner Situation. Schließlich stehen Rollstuhlfahrer ganz nah am Spielfeldrand und haben die mit Abstand besten Plätze.

Traum erfüllt

Es läuft beziehungsweise „rollt“ jetzt also bei Julian. Er hat es geschafft, sich seinen beruflichen Traum zu erfüllen und rät anderen Betroffenen: „Niemals den Kopf in den Sand stecken und immer am Ball bleiben. Irgendwann hat man auch mal Glück im Leben.“

• Betriebe, die Interesse oder Fragen zur Einstellung von schwerbehinderten Menschen haben, können sich an den gemeinsamen Arbeitgeber-Service der Agentur für Arbeit Vechta und der Jobcenter Cloppenburg und Vechta wenden, entweder an die bekannten Ansprechpartner oder über die kostenlose Servicenummer 0800/ 4555520 oder per eMail an vechta.161-Reha@arbeitsagentur.de.


Artikel vom 20.12.2017





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