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Neurologie-Betten für Cloppenburg weiter in der Schwebe

Die Neurologie in der Nähe ist nicht nur für Schlaganfall-Patienten wichtig, sondern auch bei vielen anderen akuten Erkrankungen. Dazu lesen Sie mehr im untern Teil des Artikels.

Foto: Adobe Stock/Viacheslav Iakobchuk

 

Von Gaby Westerkamp

Cloppenburg. Wann der Niedersächsische Krankenhausplanungs-Ausschuss das nächste Mal tagt, ist noch offen. Und damit auch eine Entscheidung des Sozialministeriums über die Bewilligung der anvisierten Neurologie-Abteilung im Cloppenburger Krankenhaus.  Am 21. Januar tagt nun die neue Enquete-Kommission des Landtags: Eine überfraktionelle und interdisziplinäre Arbeitsgruppe soll ein Konzept für die ärztliche Versorgung in den ländlichen Regionen Niedersachsens erarbeiten. Ob von dieser Seite aus Unterstützung zu erhoffen ist, bleibt abzuwarten.
Wenn es darum geht, Patienten „in der Fläche” eine ebenso hochwertige und schnelle  – und damit überlebenswichtige – Erstversorgung zu sichern wie Menschen in den Städten, dann braucht der Landkreis Cloppenburg die 30 Neurologie-Betten im zentral gelegenen und von allen umliegenden Gemeinden aus schnell erreichbaren St. Josefs-Hospital. Erweiterungen an vorhandenen Standorten in den Nachbarlandkreisen bringen den Betroffenen hier vor Ort nichts. Denn für sie bleibt es ja bei der langen, zeitraubenden Anfahrt.
Die Angst der bestehenden Standorte vor der Abwanderung von Fachärzten darf kein Argument sein. Hier geht es um marktüblichen Wettbewerb, den auch jeder Handwerksbetrieb oder Dienstleistungs-Unternehmer kennt. Dem müssen sich die Kliniken stellen. Cloppenburg übrigens auch. Hier hat man mit Dr. Andreas Pfeiffer bereits einen anerkannten Experten mit Anziehungskraft vor allem für junge Mediziner installiert.

Was denken Sie, liebe Leser?

Der Kommentar oben erklärt die persönliche Meinung der Autorin. Und sicher haben Sie auch schon einige Stellungnahmen der Kliniken und aus der Politik dazu gelesen. Aber was denken Sie darüber? Als Bürger des Landkreises Cloppenburg und als mögliche Betroffene, die nach einem Schlaganfall oder bei einer anderen akuten neurologischen Erkrankung auf schnelle, kompetente Versorgung angewiesen sind? Wir möchten Ihnen in unserer Zeitung Raum geben, Ihre Standpunkte zu diesem Thema zu schildern.
Halten Sie persönlich die Neurologie in Cloppenburg für wichtig? Warum? Oder sind Sie mit der jetzigen Situation zufrieden und stimmen den Kritikern zu, die lieber bestehende Abteilungen rundum erweitert sehen würden? Oder gehen Ihre Argumente vielleicht noch in eine ganz andere Richtung? Uns interessiert Ihre Haltung. Scheiben Sie uns gern eine E-Mail an lesermeinung@mev-online.de, Betreff: Neurologie Cloppenburg. Wir werden in einer Zusammenfassung über Ihre Einsendungen berichten und ggf. auch gern Aussagen daraus zitieren. Dabei würden wir Ihren Namen und Ihren Wohnort nennen, sofern Sie damit einverstanden sind. Wenn Sie das nicht möchten, schreiben Sie es uns einfach dazu. 

Wir freuen uns auf Ihre Meinung!

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Im Oktober 2018 hatten wir schon einmal ausführlich über das Thema berichtet und die Bedeutung einer Neurologie vor Ort auch für die anderen Fachbereiche des Krankenhauses beleuchtet. Bei Interesse können Sie hier noch einmal diesen Artikel lesen:

Bestätigt das Landessozialministerium seinen Vorschlag, 30 von landesweit 88 zusätzlichen Neurologie-Betten  im Cloppenburger Krankenhaus einzurichten und damit die Lücke in der stationären Versorgung in der Fläche zu schließen? Darauf hofft nicht nur Dr. Andreas Pfeiffer. Der renommierte Facharzt stellt derzeit als One-Man-Show die Neurologische Funktionsabteilung im St. Josefs-Hospital. Warum das wichtig ist, aber nicht ausreicht, erklärte er im Gespräch mit unserer Zeitung.

Von Gaby Westerkamp

Cloppenburg. Der Patient sieht Doppelbilder, meldet der Rettungsdienst in der Notaufnahme. Das klingt zunächst nach einem Fall für den Augenarzt. „Da kann aber auch etwas ganz anderes dahinterstecken”, erklärt Dr. Andreas Pfeiffer, Neurologe am Cloppenburger St. Josefs-Hospital: Ein Schlaganfall womöglich, eine Nervenentzündung oder eine akute Muskelerkrankung. Sogar ein Tumor auf dem Sehnerv ist denkbar. Und eines stellt der Facharzt klar: Nicht nur bei einem Schlaganfall zählt jede Minute. Auch eine Muskelerkrankung könnte ohne sofortige richtige Therapie rasant fortschreiten und bis zu einer tödlichen Atemlähmung führen. Doch wenn das Symptom nicht richtig gedeutet wird, verliert der Patient lebenswichtige Zeit. „Deshalb ist eine Neurologie vor Ort im Krankenhaus so wichtig”, betont Dr. Pfeiffer, „und zwar rund um die Uhr”.

Notfall-Symptome  erkennen und richtig zuordnen

Akuter Kopfschmerz, Schwindel, Bewusstseinsstörungen, akute Funktionsstörungen und Lähmungserscheinungen sowie plötzliche epileptische Anfälle: Das, so Pfeiffer, sind die fünf neurologischen Notfall-Symptome, die bei jedem Patienten umgehend geprüft, geklärt und der richtigen medizinischen Fachrichtung zugeordnet werden müssen. Was aufgrund der Komplexität eine spezielle Expertise und auch Erfahrung in Sachen Neurologie erfordert. Denn dahinter können viele Erkrankungen stecken, die mit höchster Dringlichkeit zielsicher behandelt werden müssen, um Leben zu retten oder den Patienten vor schwerwiegenden Folgeschäden zu bewahren. Deshalb geht es bei der Diskussion um eine eigenständige und voll besetzte neurologische Abteilung im Cloppenburger Krankenhaus um weit mehr als nur um die oft genannte „Stroke Unit”. Diese Spezialeinheit für die Thrombolyse würde Schlaganfallpatienten die aktuellen Anfahrten nach Quakenbrück oder Oldenburg und damit erhebliche Zeitverluste ersparen. Die Neurologie vor Ort kann aber aus dem gleichen Grund auch in vielen anderen Fällen lebensrettend sein.

Bereicherung für alle Fachabteilungen

Ein oft unterschätztes Argument ist die interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen Neurologie und anderen Fachabteilungen im Hospital. Denn die ergänzende Untersuchung und Beratung durch den Neurologen schärft oftmals das Bild für den behandelnden Arzt, der seine Therapie so optimieren kann. So zum Beispiel in der Unfallchirurgie. Bei Schnitt-, Stoß- oder Bruchverletzungen der Arme und Beine „sind in jedem dritten Fall Nervenbahnen mitbetroffen”, so Dr. Pfeiffer.  In seiner neurologischen Ultraschalluntersuchung kann er die Schadstelle genau lokalisieren – eine wichtige Information für den Operateur, der danach die bestmögliche Methode auswählen und das Risiko für spätere Funktionsstörungen minimieren kann. Auch nach dem Eingriff kann der Neurologe ggf. Störungen frühzeitig feststellen und eine entsprechende Therapie einleiten.
In der Gefäßchirurgie geht es nicht selten sogar darum, ob eine OP überhaupt notwendig ist. Da kommt vielleicht ein Patient nach einer hausärztlichen Ultraschalluntersuchung mit dem Zufallsbefund ins Krankenhaus: Halsschlagader verengt.  Ohne neurologische Feinabstimmung würde hier möglicherweise sofort operiert. Der Neurologe aber prüft erst einmal, ob tatsächlich auch akute hirnrelevante Symptome wie kurzzeitig auftretende Seh- oder Sprachstörungen o.ä. vorliegen. Ist das nicht der Fall, reicht vielleicht auch eine medikamentöse Behandlung unter Beobachtung und „manche OP ist tatsächlich verzichtbar”.  Auch in der internistischen Abteilung spielen  neurologische Erkrankungen eine Rolle, selbst in der Gynäkologie gibt es Berührungspunkte, z.B. wenn eine hochschwangere Frau mit plötzlichen Kopfschmerzen in die Klinik kommt.

Bislang ist die Neurologie in Cloppenburg mit Dr. Pfeiffer ein Solistenbetrieb, der nicht immer im Einsatz sein kann. Man bräuchte schon fünf bis sieben Ärzte, um eine 24-Stunden-Verfügbarkeit zu gewährleisten. „Und das ist ohne die 30 Betten nicht finanzierbar”, erklärt er. Deshalb kämpft das Cloppenburger Krankenhaus-Team so engagiert um diese eigenständige Station – die anderen Krankenhäusern nichts wegnehmen, die Versorgung in der Fläche aber immens verbessern würde.  Für Schlaganfall- und Notfallpatienten ebenso wie für Menschen mit Parkinson, Multipler Sklerose und anderen neurologischen Erkrankungen.

Wissenswertes:

• Neurologie und Psychiatrie haben durchaus Schnittmengen, sind aber völlig eigenständige Disziplinen. Während der Psychiater seelische Erkrankungen behandelt, hat der Neurologe das organische Nervensystem der Menschen im Blick.

• Dr. Andreas Pfeiffer ist seit Mai 2017 im Cloppenburger Krankenhaus tätig. Zuvor war er von 1984 bis 2017 Leitender Oberarzt der Neurolgischen Universitätsklinik im Evangelischen Krankenhaus in Oldenburg. Hier gründete er 1997 die erste „Stroke Unit” und wirkte maßgeblich an der überregionalen Entwicklung dieser Spezialstation für Schlaganfall-Patienten mit. Dr. Pfeiffer engagiert sich stark in der Schulung und Weiterbildung von Arztkollegen anderer Fachrichtungen, Pflegern  und Rettungssanitätern. Dabei geht es in erster Linie um das Erkennen neurologischer Notfallsymptome.

• Warum steigt der Bedarf an neurologischer Behandlung? Der demografische Wandel mit immer mehr
immer älteren Patienten ist nur ein Grund dafür.  Seit Einführung der Thrombolyse 1997 hat sich die Neurologie mit spezieller Expertise stark weiterentwickelt und kann in viel mehr Fällen als früher gezielt helfen – und auch die Diagnostik und Behandlung anderer Fachärzte als ergänzendes „Feintuning” unterstützen.


Artikel vom 15.01.2019

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